Veranstaltungen

Vortrag: "Entschädigung von Tieren für klimabedingte Verluste und Schäden: ein zweistufiger Ansatz"

Während Tieren geschuldete Pflichten zur Minderung des Klimawandels und zur Anpassung an seine Folgen in der Klimaethikliteratur bereits diskutiert wurden, hat die Frage nach der Kompensation klimabedingter Verluste und Schäden von Tieren bislang kaum Beachtung in der Literatur gefunden. Dies ist problematisch, da Tiere bereits heute von klimabedingten Ereignissen negativ betroffen sind und dies künftig in zunehmendem Maße sein werden. Um diese Lücke zu schließen, wird ein zweistufiges Argument für die Kompensation klimabedingter Verluste und Schäden wildlebender Tiere vorgeschlagen. In einem ersten Schritt wird argumentiert, dass klimabedingte Beeinträchtigungen moralisch relevant sind, wenn sie grundlegende, für das tierische Gedeihen notwendige Fähigkeiten einschränken. Solche Beeinträchtigungen begründen menschliche Pflichten, die betroffenen Fähigkeiten bis zu einem ausreichenden Schwellenwert wiederherzustellen. Wenn der Klimawandel die Wiederherstellung artspezifischer Fähigkeiten verunmöglicht, wird zweitens argumentiert, dass das Gedeihen von Tieren auf andere Weisen gesichert werden muss: nämlich indem die verbleibenden Fähigkeiten von Tieren oberhalb eines Suffizienzschwellenwerts gefördert werden. Ich zeige auf, wie dieses Ziel unter Berücksichtigung der individuellen Präferenzen von Tieren erreicht werden kann, und verteidige das Argument gegen mehrere Einwände.

Organisator

  • Institut für Philosophie

Veranstaltungsort

  • Altes Audimax, Hörsaal 2
    Rubenowstraße 1
    17489 Greifswald